ARBEITSWEISE

Wir arbeiten nach systemisch – lösungsorientierten Konzepten, das heisst für uns, dass weniger die Frage nach dem «warum», nach den Problemen und Schwierigkeiten im Vordergrund steht als vielmehr die Frage, was müsste sich verändern, dass ein gewünschter Zustand, ein Ziel erreicht werden kann.
Wir verstehen unsere Aufgabe nicht darin, Ziele oder Lösungen vorzugeben, vielmehr unterstützen wir die Jugendlichen und die Familien, ihre eigenen Ziele zu finden, ihre Entscheidungen zu treffen und die Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen.

Beispiel
Nicht unser Ziel ist es, dass die Jugendlichen eine Ausbildung machen können; dieses Ziel kann nur der/die Jugendliche sich selbst geben. Wir können ihn/sie aber darin unterstützen und gemeinsam die möglichen Konsequenzen (Vor- und Nachteile) des Entscheides für oder gegen eine Ausbildung genau diskutieren.
Wichtige Auseinandersetzungen bieten die Themen «Schuld», «Verantwortung», «Opfer», «Sucht». Hier geht es um grundlegende Hinterfragung dieser Begriffe und deren (Aus)Wirkung auf das Leben der Jugendlichen und ihrer Familien.

Beispiel
«Ich habe eine schwierige Kindheit erlebt, darum geht es mir so schlecht.» «Die entscheidende Frage ist nun, willst Du weiterhin als Opfer leben oder willst Du dir überlegen, was Du trotz Deiner schwierigen Kindheit für eigene Gestaltungsmöglichkeiten hast?»
Veränderungen oder Lösungsschritte bringen zum Einen die Chance auf Verbesserungen, sie können aber auf verschiedenen Ebenen – auch negative – Konsequenzen haben. Wichtig ist es, nicht zu schnell auf die Lösung hin zu eilen, sondern zuerst sorgfältig die Vor- aber auch Nachteile zu benennen – die allfälligen Konsequenzen dieser Lösung zu erkennen. Nur so haben Lösungsschritte effektiv eine Chance zur Verbesserung der Situation, sonst besteht die Gefahr der Problemverstärkung.

Beispiel
Kurt bringt seine Wäsche noch regelmässsig zur Mutter, obwohl er schon einige Zeit in der Wohngruppe wohnt. Sein Ziel ist die Selbständigkeit, also liegt es auf der Hand, dass er die Wäsche nun selber wäscht. Dieser Lösungsschritt könnte allenfalls – auch negative – Auswirkungen haben: Vielleicht kommt Kurt nicht mehr regelmässig nach Hause, vielleicht «bindet» die Mutter so Kurt noch ein bisschen an sich, vielleicht hat Kurt das Gefühl, er müsse die Wäsche bringen, weil sonst Mutter keine Aufgabe mehr habe, oder sie wäre beleidigt, wenn er ihr die Wäsche nicht mehr bringen würde, etc.
Unser Verständnis der pädagogisch-therapeutischen Arbeit zielt nicht darauf ab, den Jugendlichen negative Erfahrungen, schwierige Situationen zu ersparen; es geht nicht darum, sie «lückenlos» zu betreuen. Vielmehr bieten gerade diese Betreuungslücken wertvolle Auseinandersetzungspunkte zu Themen wie Verantwortung, Selbständigkeit, Überforderung, Selbsteinschätzung einerseits, andererseits stärken sie auch das Gefühl in die eigene Stärke und Selbständigkeit.

Beispiel
In Begleitung verhält sich eine Jugendliche sehr angepasst, wenn sie auf sich alleine gestellt ist, ist sie sehr labil, «zerbröckelt» sie und trinkt oft übermässig Alkohol. Es geht nun nicht darum, sie noch mehr zu kontrollieren, sondern zu schauen, was ihr hilft, diese Lücken besser zu erleben, oder braucht sie im Moment noch diese «Abstürze», damit sie die konforme Seite überhaupt leben kann (Anpassung versus Rebellion)?
Erfolgreiche Arbeit ist für uns, wenn die Jugendlichen am Ende der Betreuung sagen können, eigentlich haben sie alles selber lösen müssen, das SAT-Projekt habe es gar nicht gebraucht. So ist gewähr, dass sie die gemachten Schritte als ihre eigenen erkennen und so auch verantwortlich sind dafür (Stärkung der Kompetenzen).

Ein Team aus qualifizierten MitabeiterInnen aus den Fachbereichen Psychologie, Sozialarbeit, Heil- und Sozialpädagogik mit therapeutischen Zusatzausbildungen garantieren eine professionelle Umsetzung des Konzeptes. Regelmässige Fallsupervision und Weiterbildung dienen der ständigen Weiterentwicklung. Das SAT-Projekt arbeitet mit KonsiliarpsychiaterInnen zusammen.